Alles, was du brauchst, ist ein Stift und ein Blatt Papier…so ein Schwachsinn!

„Aber es gibt wohl keinen anderen Weg, als zu akzeptieren, dass man selbst zu den sterblichen, normalen Menschen gehört, die für ihre Ziele arbeiten müssen.“
Alles, was du brauchst, ist ein Stift und ein Blatt Papier…so ein Schwachsinn!
„Aber es gibt wohl keinen anderen Weg, als zu akzeptieren, dass man selbst zu den sterblichen, normalen Menschen gehört, die für ihre Ziele arbeiten müssen.“
Ich bin mir sicher, es gibt diese Genie-Autor:innen, die tatsächlich nur ein Blatt Papier und ein Stift brauchen, um – mal eben so – ein geniales Buch zu schreiben. Es gibt diese Genies in jeder Lebenslage. Und meiner Meinung nach gibt es keinen anderen Weg, als diese Menschen zu hassen. Wie kann es sein, dass einige Sachen, einigen Leuten nichts an Mühe abverlangt, während andere sich den Hintern wund arbeiten? Unfair!
Aber es gibt wohl keinen anderen Weg, als zu akzeptieren, dass man selbst zu den sterblichen, normalen Menschen gehört, die für ihre Ziele arbeiten müssen.
Ich schreibe, seit ich schreiben kann. Schon in der Grundschule habe ich mein erstes Buch geschrieben. Trotzdem gibt es eine Sache, die mir bis heute im Weg steht: Zeit.
Manchmal glaube ich selbst, dass ich dieses Problem vorschiebe, um mich nicht trauen zu müssen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber auch wenn das durchaus möglich ist, ist und bleibt Zeit ein Faktor, der beim Schreiben problematisch ist. Ich persönlich brauche nämlich unglaublich viel Zeit, um erst einmal in den Schreibfluss zu kommen und wirklich was zu schaffen. Zehn Minuten zwischendurch reichen mir da keinesfalls – da brauche ich gar nicht anfangen!
Irgendwann in meiner Schullaufbahn hatte ich mal genug Zeit. Dann kam die Abi-Zeit und das unfertige Buch lag jahrelang herum. Nach dem Abi nahm ich mir wieder die Zeit, aber der Zauber meines angefangenen Buchs war mittlerweile einfach verflogen.
Und schneller, als ich gucken konnte, kam die Uni, Praktika, Jobs und schließlich die Selbstständigkeit. Ich spinne nicht, wenn ich sage, dass ich zehn ausgearbeitete Buchkonzepte in der Schublade habe, die ich allesamt für gute Ideen halte, aber die Zeit, sie zu verwirklichen, habe ich nicht. Beziehungsweise NEHME ich sie mir nicht. Andere Dinge – weniger angsteinflößende Dinge – ziehe ich immer vor.
Das ist aber komplett falsch! Für das, was man liebt, sollte man sich immer die Zeit nehmen. Am besten jeden Tag, an den Wochenenden, im Urlaub. Immer dann, wenn man sich die Zeit nehmen kann und gerne mal die Welt um sich herum ausschalten würde.


Mittlerweile habe ich noch ein weiteres Problem: Ich studiere Germanistik und habe Praktika in verschiedenen Verlagen gemacht. Ich habe mich so viel mit dem Beruf „Lektorin“ und somit mit dem Überarbeiten von Texten beschäftigt, dass ich mittlerweile schon überarbeite, wenn mein Text noch gar nicht geschrieben ist. Aber so funktioniert es leider nicht. Fürs Schreiben muss man frei sein. Überarbeiten, Löschen, Neuschreiben oder alles genau so lassen, kann man später noch. Das ist also der nächste Tipp, wenn es um die Arbeitsweise beim Schreiben geht.
Zusätzlich ist es sehr wichtig, den Kreativspeicher immer wieder aufzufüllen. In meinem Blogpost über Schreibblockaden habe ich eine Art, dies zu tun, bereits beschrieben: Rausgehen, Sachen erleben, Menschen treffen, in Urlaub fahren, …
Aber eine weitere Weise, den Speicher wieder zu füllen, ist viel simpler und man muss dafür nicht mal die gemütliche Couch oder das warme, kuschlige Bett verlassen. Bau dir unbedingt in deinen Alltag genug Lesezeit ein! Lesen lässt einen nicht nur entspannen, sondern gibt einem auch Inspiration von Autor:innen, die das große Ziel bereits geschafft haben: Das eigene Buch im Buchhandel.
Was die Logistik angeht, ist denke ich mal jeder Mensch anders. Einige Leute brauchen ihren festen Arbeitsplatz. Für mich gibt es kaum einen weniger inspirierenden Platz als meinen Schreibtisch in meinem Mini-Arbeitszimmer, an dem ich auch meine Hausarbeiten für die Uni schreibe oder den Papierkram für WReWRite erledige. Ich mag es, in der Natur zu schreiben oder bei gemütlichem Licht, mit einer Tasse Tee, auf meiner Couch. Am meisten inspiriert war ich bis jetzt in England, an den Steilküsten in der Nähe von Brighton, wo ich extra mal für ein paar Wochen war, um an meinem Buch weiterzuarbeiten.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass das irgendwann mal mein Weg sein wird, meinen Traum zu verwirklichen: Eine Auszeit, um wirklich NUR zu schreiben. Nur glaube ich nicht, dass das der Weg sein sollte, denn wer kann sich sowas bitte leisten?
Also wenn ihr die Möglichkeit habt: Sucht euch euren Schreibplatz. Räumt bewusst Zeitfenster in euren Alltag ein, in denen ihr schreibt. Tippt erst einmal alles in die Tastatur, was euch in den Kopf kommt. Überarbeiten könnt ihr später! Zwingt euch nicht zu Kreativität. Nutzt unkreative Phasen und füllt euren Speicher wieder auf, anstatt deprimiert zu sein, wie leer dieser ist. Erlebt selbst oder beobachtet Menschen, die etwas erleben, hört ihnen zu, wenn sie was erlebt haben oder lest von denen, die etwas erleben. Nur so wird zur richtigen Zeit ein tolles Buch aus deiner Schreibfeder fließen. Glaub an dich!
Wo sind deine Schreib-Orte? Wo fühlst du dich inspiriert? Wann fühlst du dich inspiriert? Und wo suchst du dir deine Ideen für deine Projekte? Erzähl es gerne in den Kommentaren…